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Ist Marketing möglich mit dem Thema Behinderung? - 15.10.2018


Ist Marketing möglich mit dem Thema Behinderung?


Allgäu Art Hotel "Ja, das geht", sagt Geschäftsführer Reinhold Scharpf. Es gibt sogar positive Reaktionen

Werbung und Marketing streichen meist Superlative heraus. Schnellstes Auto, modernste Klamotten, coolstes Handy und so weiter. Wie aber verhält es sich, wenn der Kern eines Unternehmens so gar nichts Marktschreierisches hat - wie zum Beispiel beim Allgäu Art Hotel in Kempten? Das knapp zwei Jahre alte Haus ist komplett barrierefrei und bietet ein differenziertes Angebot für Menschen mit Behinderungen. Auch knapp die Hälfte der Bediensteten des Hotels haben ein Handicap.

Ist nun Marketing mit dem Thema Behinderung überhaupt möglich? "Ja, das geht", sagt Geschäftsführer Reinhold Scharpf als jetzt der Marketing Club Allgäu zu Gast im Allgäu Art Hotel war. Behinderung sei zum Glück ein Stück Normalität geworden, referierte Scharpf. Inklusion - also das Einbeziehen von behinderten Menschen in den Arbeitsprozess - sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. "Wir vermitteln dadurch auch neue Werte wie zum Beispiel Entschleunigung", sagt der Geschäftsführer. Es komme bei den Gästen durchaus gut an, wenn es in einigen Bereichen etwas langsamer gehe.

Das Publikum im Allgäu Art Hotel ist gemischt. Zum einen übernachten Geschäftsreisende, zum anderen Menschen mit Behinderung. Gerade für letztere Gruppe ist das Haus ausgerichtet - zum Beispiel mit tiefer gesetzten Türklinken, damit diese auch von Rollstuhlfahrern leicht zu erreichen sind, mit zum Teil höhenverstellbaren Toiletten, Wickel-Liegen auch für Erwachsene oder rollstuhlgerechte Tische.

Scharpf sieht ein großes Potenzial bei Urlaubern mit Behinderungen. Es gebe Studien, die von einer Milliarde Euro sprechen, die in Bayern zusätzlich umzusetzen wären, wenn es Behinderten besser möglich wäre zu reisen. Deshalb müsse man die Angebote für Behinderte noch viel stärker publik machen und auch die sozialen Medien damit bespielen. Selbstverständlich arbeite das Hotel mit Reiseveranstaltern zusammen, die sich auf den Urlaub für Behinderte spezialisiert haben.

Das erste Jahr sei wirtschaftlich schwierig gewesen, räumt Scharpf ein. "Heuer wollen wir zwei Millionen Euro Umsatz erreichen", sagt der Geschäftsführer. Das müsste bei einer Auslastung von 75 Prozent zu erreichen sein. Als gemeinnütziger Integrationsbetrieb habe das Hotel keine Gewinn-Absichten. "Wir sind zufrieden mit einer schwarzen Null", sagt Scharpf.



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