<img src="../_images_all/berge.jpg" width=275 height=58>






Unsere Partner:
Wirtschaftsjunioren
Marketingverband
Hochschule Kempten

Unsere Sponsoren:

Ein Dorf als Marke oder wie macht man ein Dorf „enkeltauglich“? - 02.02.2017


Ein Dorf als Marke oder wie macht man ein Dorf „enkeltauglich“?


Eine erfolgreiche Markenpositionierung ist nur möglich, wenn Produkte und Angebote unverwechselbare Eigenschaften aufweisen. Aber was hat dies mit einer Gemeinde zu tun, deren Betätigungsfeld vor allem im öffentlichen Zweck liegt? Arno Zengerle, Bürgermeister der 2.500-Seelen-Gemeinde Wildpoldsried, erzählt in seinem Vortrag vor Mitgliedern des Marketing Club Allgäu, wie sich ein Dorf über den grundsätzlichen Gesetzesauftrag hinaus, eine weit über die Gemeindegrenzen sichtbare Positionierung erlangen kann.

Unter dem Motto „WIR – Wildpoldsried, Innovativ, Richtungsweisend“ wird in Wildpoldsried bereits seit 1999 unter Einbindung der Bürger ein ökologisches Profil für die Gemeinde erarbeitet, das sowohl regional, bayernweit und international ausgezeichnet wurde. Was läuft hier anders? Während zum Beispiel in anderen Orten Windräder Bürgerinitiativen auf den Plan rufen, findet die Windkraft in Wildpoldsried breite Unterstützung. Sieben Windräder werden als Bürgerwindanlagen konzipiert – rund 300 Bürger beteiligen sich daran. Doch es ist nicht allein die Windkraft, die den Ort zu einem „Energiedorf“ gemacht hat. Da gibt es auch eine Dorfheizung. Angeschlossen sind alle öffentlichen Gebäude, rund 130 Wohnungen und mehrere ortsansässige Unternehmen. Geheizt wird zu 95 Prozent mit der Abwärme einer Biogasanlage – Wärme, die sonst verloren ginge. Außerdem haben Bürger in Wildpoldsried über 250 Photovoltaikanlagen installiert. Noch mehrere weitere Mosaiksteine tragen dazu bei, dass im Jahr 2014 die Gemeinde bereits die fünffache Menge des Stroms produzierte, den sie selbst benötigt.

Längst ist die kleine Allgäuer Gemeinde international Vorbild geworden. Mal erklärt Zengerle auf einem Kongress im australischen Canberra, wie man Bürger an der Energiewende beteiligt. Mal testet Siemens in Wildpoldsried, wie die intelligente Energieversorgung von morgen aussehen kann. Und was motiviert Bürgermeister Zengerle und seinen Gemeinderat immer weitere Energieprojekte voranzutreiben? Zunächst ist ihm wichtig, dass die Wertschöpfung am Ort bleibt und es den Bürgen gut geht und dann gibt es da noch eine Herzensangelegenheit: „Unser Dorf soll „enkeltauglich“ sein – sprich: auch für folgende Generationen ein lebenswertes, nachhaltiges Umfeld bieten“.

Thomas Merz



Zur Presseübersicht